Das schreibt die Presse |
| Moderner Kanalbau unterirdisch
Der "Microtunnel" in Bockeroth Beim konventionellen Kanalbau werden Spundwände in die Erde gerammt und dazwischen ein Graben ausgehoben. Das Einrammen der Spundwände kann Setzbewegungen im Erdreich auslösen. Wie auch schon an anderen Stellen entschloß man sich, die Strecke im "Microtunneling-Verfahren" zu überbrücken, das in Bockeroth durch die Firma Acht aus Görgeshausen durchgeführt wurde. Dazu wird ein Schacht (mit Spundwänden) gebaut und am Boden eine Verankerung aus Beton gegossen. Darin eingelassen ist eine Vorrichtung, die mit riesigen Hydraulikzylindern die Kanalrohre und einen Bohrer unter der Straße entlang schiebt. An der Spitze arbeitet ein Bohrkopf, der ebenfalls angetrieben wird und sich ins Erdreich "frißt". Das anstehende Erdreich wird durch den Bohrkopf so weit zerkleinert, daß sie in Wasser gelöst über Schläuche abgesaugt werden kann. Dieser Bohrschlamm abgesetzt und abgefahren. Fünf bis sechs Kanalrohre werden im Schnitt am Tag verbaut, sie sind zwei Meter lang, das ergibt etwa 10 - 12 Meter Vortrieb pro Tag. Je nach Bodenart kann dieser Wert zwischen zwei und 40 Meter liegen. Die Anlage wird aus einem mit Elektronik ausgestatteten Container aus gesteuert. Von einem Fixpunkt im Schacht aus kann mit einem Laser die genaue Position des Bohrkopfes gemessen werden. Mit drei inliegenden Hydraulikzylindern kann der vordere Teil des Bohrkopfes in seiner Richtung geändert werden, so daß der Kanal den Endschacht zielgenau erreicht. Nach Auskunft von Herrn Nestler, Bauleiter der Firma Acht, ist das Microtunneling-Verfahren in diesen großen Tiefen nicht unbedingt teurer als der konventionelle Kanalbau. Denn bei diesem muß man auch die zusätzlichen Aufwendungen mit einbeziehen wie das Umlegen von Versorgungsleitungen, Straßensperrungen, Beseitigung des ungleich größeren Erdaushubs und die eventuell möglichen Schäden an Gebäuden. |
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