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Pellenzer Abwässer fließen nun bald nach Andernach Die letzte 50 m-Haltung wird unter dem Bahngleis vorgetrieben Der erste Bauabschnitt der Zentralentwässerung der Pellenz steht kurz vor der Fertigstellung. Vor dem eigentlichen Beginn der Durchpressung des Kanals unter dem Bahn-Industriegleis Noldensmühlepark hindurch informierte sich Bürgermeister Paul-Werner Kohns, der für dieses Projekt im Juni 1997 auch den ersten Spatenstich tätigte, über die besonderen Bedingungen und Schwierigkeiten dieser letzten 50 m.
Zwar gab es geologische Gutachten über die hier bis in ca. 10 m Tiefe vorkommenden Basaltbrocken, jedoch gab es keinerlei Hinweise auf die dann wirklich angetroffene Vielzahl und Größe der Brocken, dies wurde schon beim ausheben der ca. 10 m tiefen Startgrube für die Durchpressung offensichtlich. Da man den Bahnbetrieb nicht stören darf entschied man sich - auch wegen der ökologischen Aspekte - entgegen der sonst offenen Bauweise für eine Durchpressung, bei dem hier angewandten Verfahren "Microtunnelbauverfahren" genannt. Das Microtunnelbauverfahren Kernstück dieses Verfahrens ist ein diamantbesetzter Bohrkopf vor einem Stahlrohr von 86 cm Durchmesser. Der Bohrkopf rotiert und wird von der Startgrube aus mit Bohrwasser versorgt. Dieses Wasser wird samt dem "gebrochenen" Material wieder aus der Spitze abgesaugt, zurück befördert, gesiebt, aufbereitet und wieder verwendet - ein Wasserkreislauf also - ansonsten würde man in der Bohrgrube durch das eigene Wasser absaufen. Absaufen wird aber auch durch die zusätzlich in der Startgrube installierten Pumpen verhindert, die das Grundwasser, das Oberflächenwasser und das von der Nette her eindringende Wasser wieder hinaus befördern. Hinter dem 1,20 langen Bohrkopfrohr wird sofort das erste Betonrohr - Durchmesser außen 86 cm, innen 60 cm - gepreßt - mit ca. 50 t Druck. In dem Bohrkopfrohr befinden sich höchst sensible Meßgeräte sowie Laser. Mit Hilfe dieser Einrichtungen kann man nun den Bohrkopf lenken. In horizontaler - wie in vertikaler Richtung millimetergenau. Das ganze "Spiel" wird auf einem Monitor im Kontrollzentrum - hier in einem speziellen Container installiert - bildlich dargestellt und überwacht. Theoretisch kann man die Kanal-Planungsdaten des Ingenieurbüros eingeben und alles läuft fast von alleine - aber hier in der Pellenz, wo der Vulkanismus in der Urzeit eine so kolossale Steinlandschaft hinterließ und die jetzt mal gerade 2 m unter der Oberfläche liegt - da wird die Richtung des Bohrkopfes auch gerne mal abgelenkt, und da muß man dann dagegen steuern. Es könnte aber auch passieren, daß die ganzen eingepreßten Rohre wieder raus müssen, um mit einem anderen Verfahren weiter zu machen. Bisher kam es aber noch nicht so weit. Bohrfortschritt hängt von Bodenbeschaffenheit ab Der Bohrfortschritt beträgt in Saffig mal 10 m, mal 24 m pro Tag, je nach Bodenbeschaffenheit. Durch Basalt frißt sich der Bohrkern normal 1 m pro Stunde weiter. Am Zielpunkt angelangt wird der Bohrkern in einer Zielgrube geborgen. Diese Zielgrube kann aber im Bedarfsfall auch schon eine neue Startgrube sein. Da auch noch ein Kanal unter der Nette durchgepreßt werden muß (ca. 40 m lang) kann die hier vorhandene Startgrube auch dafür genutzt werden. Sollten dann alle Haltungen (Strecke von Kanaldeckel zu Kanaldeckel, 35 bis 60 m lang) fertig gestellt sein, kann der Anschluß der Pellenzer Abwässer zu Andernacher Kläranlage geschaltet werden. Bauunternehmer Klaus Rick aus Burgbrohl, der Auftragnehmer des 1. Bauabschnittes sowie sein Subunternehmer Hans-Werner Acht für das Microtunnelbauverfahren sind sich sicher, daß dies in drei Monaten so weit ist. Dann endlich kann die Pellenzer Kläranlage in Plaidt stillgelegt und rückgebaut werden. So ist auf diesem Gelände für die Zukunft ein großes Regenwasser-Entlastungsbecken geplant. Die Stillegung ist auch deshalb nicht zu umgehen, weil die vom Gesetzgeber geforderte Reinigungsstufe III dort nicht mehr nachrüstbar ist. Bei der Besichtigung der Baustelle am Montag, 30.03.1998, waren der Projektleiter Ing. Berthold Junglas, Bauleiter Walter Kosak, Ing. Klaus Rick und Hans-Werner Acht gegenüber Bürgermeister Paul-Werner Kohns sehr zuversichtlich, daß alles zeitgemäß klappt und die Zuschaltung zu Andernach vonstatten gehen kann, "wenn", wie Kohns anmerkte, "die Andernacher fertig sind mit der Erweiterung ihrer Kläranlage und die Kapazität wie versprochen erhöht haben". Im Übrigen dient dieser Verbindungssammler nicht nur dazu, die Abwässer der Gemeinde Plaidt nach Andernach zu transportieren, sondern auch dazu, den späteren Anschluß des Teilgebietes "Im Rang", welches den westlichen Teil von Plaidt direkt an den Hauptverbindungssammler anbindet, zu gewährleisten. |
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