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Das schreibt die Presse

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Umfangreiche und technisch aufwendige Bauarbeiten
Die Wasser- und Gasleitungen verschwinden unter der Lahn
Zwischen Haarplatz und Schladming-Anlage werden
2,5 Millionen Mark verbuddelt.
Von unserem Redakteur

HANS-GEORG W a l d s c h m i d t

Nein, Wetzlar bekommt keine U-Bahn. Die gewaltigen Löcher, die sich derzeit auf dem Haarplatz und auf der Lahninsel dem Betrachter präsentieren, dienen vielmehr einer 2,5 Millionen Mark teuren Verbuddel-Aktion.
Im Auftrag der Stadtwerke werden mit einem aufwendigen technischen Verfahren die Versorgungsleitungen für Wasser und Gas unter dem Flußbett der Lahn in Richtung Leitzplatz verlegt.

Der große Aufwand ist nötig geworden, weil die etwa 40 Jahre
alten Stahlbetonbrücken des Karl-Kellner-Rings über Lahn, Mühl- und Flutgrabenmürbe geworden sind und mit Millionenaufwand saniert werden müssen.
In den Brückenkonstruktion sind unter anderen die lebenswichtigen Versorgungsleitungen für Gas und Wasser verlegt. Detlef Stein, technischer Geschäftsführer der Stadtwerke: "Wir wollten Nägel mit Köpfen machen und haben uns deshalb zu diesem aufwendigem Verfahren entschieden, das uns unabhängig von den Brücken macht."
Im Augenblick werden von einer 10 Meter tiefen sogenannten Startgrube auf dem Haarplatz mittels eines rotierenden Bohrkopfes jeweils zwei 60 Zentimeter dicke Schutzrohre aus Stahlbeton unter der Lahn hindurchgetrieben. Mehr als 60 Meter der knapp 90 Meter langen ersten Strecke sind inzwischen bewältigt.
Von der Zielgrube auf der Lahninsel aus werden die Schutzrohre, die später die separaten Leitungen für Gas und Wasser aufnehmen, in offener Bauweise in 1,50 Meter Tiefe bis zum Ende des Parkplatzes in Richtung Leitzplatz geführt. Dort geht es dann wieder in die Tiefe und unter Flut- und Mühlgraben hindurch bis zur Schladming- Anlage.
Von da werden die Schutzrohre rechtwinklig unter dem Karl-Kellner-Ring hindurch bis zur Schladming-Anlage.
Zunächst sollten die Verlegearbeiten im sogenannten gesteuerten Horizontalbohrverfahren durchgeführt werden. Nach Auswertung der Bohrkerne  stellte sich heraus, daß der Untergrund für diese Art Bohrung nicht geeignet ist. Es handelt sich nämlich um eine mächtige, grobkörnige Kiesschicht, deren "Durchfahrung" mit dem Bohrer vermutlich dazu geführt hätte,  daß das gerade geschaffene Bohrloch wieder in sich zusammengefallen wäre.

Steuerung per Laser und Computer
Da die Bohrfirma dieses Risiko nicht eingehen wollte, entschied man sich für die Unterquerung im herkömmlichen Pressverfahren aus der Grube heraus. Die Rohre samt Bohrkopf werden computer- und lasergesteuert per Bildschirm dirigiert und millimetergenau verlegt. Der derzeitige Preßdruck 50 Tonnen, wird sich aber weiter erhöhen, weil mit der Länge der verlegten Leitung auch der Reibungswiderstand steigt.
Detlef Stein, der gestern mit Fachleuten der bauausführenden Firmen der Lahn-Unterquerung erläuterte, verwies auch die umweltschonende Bauweise. Kein Baum falle der Maßnahme zum Opfer und keine Uferböschung
werden angetastet.

Harter Untergrund
Schwierigkeiten bereitet im Moment der Untergrund im Bereich der zweiten Startgrube zwischen Mühlgraben und Flutgraben. Hier ist der Boden so hart, daß die bis zu 14 Meter langen Stahlspundwände nicht eingerammt werden können. Jetzt werden mit einem neun Meter langem Bohrer große Löcher gebohrt, damit die Stahlwände gesetzt werden können. Trotz dieser nicht eingeplanten Verzögerung sollen alle Leitungen bis Ende des Jahres buchstäblich "versenkt" sein.  

Mit Stahlwänden abgespundet und gesichert ist die "Zielgrube" auf der Lahninsel. Hier werden in einigen Tagen die Rohre aus Richtung Haarplatz durchstoßen. Inzwischen muß die Grube ständig von einsickerndem Grundwasser leergepumpt werden. Von hier werden die Rohrleitungen in offener Bauweise   rund 50 Meter weiter in Richtung Leitzplatz geführt; danach geht es wieder in den Untergrund. 


Unter der Lahn strömen bald Trinkwasser und Gas

Aufwendiges Projekt zur Neuordnung der Versorgungsleitungen in der Innenstadt - Kosten betragen 2,5 Millionen DM

Wetzlar(gäd). Eine schwierige und nicht alltägliche Baumaßnahme wird gegenwärtig in Wetzlar ausgeführt. Wegen der Abstufung der Bundesstraße 277 zur Landesstraße 3020 ist die Sanierung an den Brückenbauwerken im Zuge des Karl-Kellner-Rings über Lahn, Flut- und Mühlgraben notwendig; die entscheidenden Arbeiten stehen unmittelbar bevor. Verantwortlich für die Sanierung ist die Stadt Wetzlar, die für das Projekt einen einmaligen Zuschuß des Bundes erhielt. Eine Neuverlegung von Versorgungsleitungen im Brückenbaukörper war indes wegen deren Bedeutung für die Stadt ausgeschlossen: Sie können erst stillgelegt werden, wenn neue Leitungen vorhanden sind.

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Es handelt sich hierbei um Leistungen für die Wasserversorgung, Gashochdruck und Gasniederdruck. Aus dieser Situation heraus entschloß man sich seitens der Stadtwerke Wetzlar GmbH, die Leitungen unabhängig von der Brückensanierung in einer gesonderten Trasse neu zu verlegen. Auf der Suche nach einem umweltfreundlichen Verfahren, bei dem Gewässer und vorhandene Mauern weitgehend geschont werden, kam man in Zusammenarbeit mit Dipl.-Ing. Jürgen F. Rust aus Großen-Linden zu dem Ergebnis, zwei Bohrungen in jeweils zwei Schutzrohren vorzunehmen, in die neuen Leitungen verlegt werden. Dieses Projekt stellt im Stadtbereich und im weiteren Umkreis derzeit eine der größten und aufwendigsten Tiefbaumaßnahmen dar. Es erfolgt eine Unterquerung der Lahn vom Haarplatz aus, wobei im computergesteuerten Micro-Tunnel-Verfahren die zwei Schutzrohre von der neun Meter tiefen Preßgrube aus unter der Lahn durchgedrückt werden. Die Zielgruppe hierfür liegt auf dem Parkplatz unmittelbar hinter dem Karl-Kellner-Ring. Kriterien für die Wahl des Verfahrens waren unter anderem - so Detlef Stein (Technischer Geschäftsführer der Stadt-Werke Wetzlar) - der Schutz des vorhandenen Baumbestandes und eine möglichst geringe Beanspruchung von Flächen auch im Hinblick auf Parkplätze in diesem für das Stadtbild sensiblen Bereich. Eine zweite Preßgrube wird derzeit auf der kleinen Lahninsel zwischen Flut- und Mühlgraben eingerichtet. Von dort aus werden je zwei Schutzrohre bis zum Parkplatz auf der Lahninsel und in der Gegenrichtung bis zur Schladming-Anlage geführt. Somit werden die Gewässer und die angrenzenden Mauerwerke nicht von den Baumaßnahmen berührt, lediglich im Bereich der Lahninsel werden die Leitungen aus den Rohren auf die normale Tiefe hochgezogen. Von diesem Verfahren versprechen sich die Verantwortlichen eine rasche und sichere Bauausführung. Die erste Preßstrecke unter der Lahn ist zur Hälfte bewältigt, Baufachleute und Planer Rust gehen davon aus, daß die gesamten Preßarbeiten noch 1996 abgeschlossen werden können. Im Bereich des Haarplatzes und der Schladming-Anlage werden die jeweiligen Versorgungsleitungen in die vorhandenen Netze eingebunden. Preßarbeiten sind auch für den Karl-Kellner-Ring geplant, aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens wird auf eine offene Baugrube bei halbseitiger Sperrung der Straße verzichtet. Die Kosten sind mit insgesamt 2,5 Millionen DM veranschlagt.


Unter Lahn und Mühlgraben hindurch werden neue Versorgungsleitungen verlegt

Wetzlar (hgw). Die maroden Brücken über Lahn, Mühl- und Flutgraben erfordern umfangreiche Sanierungsarbeiten. Zuvor müssen jedoch die Versorgungsleitungen, die derzeit noch in den Brückenkonstruktionen installiert sind, ein neues Bett bekommen. Und dieses führt unter der Lahn hindurch. Die Bauarbeiten haben begonnen und sollen bis Jahresende abgeschlossen sein. Mit einem aufwendigen technischen Verfahren werden die Betonrohre unter dem Flußbett hindurch vom Haarplatz in Richtung Leitzplatz gedrückt. In den Betonrohren werden dann die Leitungen für Gas- und Wasser verlegt. Die für den Bau verantwortlichen Wetzlarer Stadtwerke beziffern die Kosten auf 2,5 Millionen Mark.

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